NEWROZ HINTER BARRIKADEN

  Bericht von der YXK-Delegationsreise nach Nordkurdistan

Im Herbst 2015 wurde in 17 türkischen Städten die  demokratischen Autonomie ausgerufen. Ein alternatives Gesellschaftsmodell, das auf der Befreiung der Geschlechter, Autonomie und Selbstverwaltung durch Rätestruckturen in allen Ebenen aufgebaut ist.
Seit dem eskaliert die Lage  in Nordkurdistan zunehmend. Armee und Polizei verhängten in vielen Städten Ausgangssperren und beschießen Wohnviertel teilweise mit Artillerie. Mehrere hundert ZivilistenInnen wurden seit dem von den türkischen „Sicherheitskräften“ getötet, ganze Stadtviertel dem Erdboden gleich gemacht, Hundertausende sind auf der Flucht. Und viele dieser so genannten Ausgangssperren dauern noch bis heute an. Doch allen militärischen Anstrengungen zum Trotz, ist es der AKP-Regierung bis jetzt noch nicht gelungen den Widerstand der Bevölkerung zu brechen.
Denn der Widerstand, den Teile der KurdenInnen den Angriffen des türkischen Staats entgegen setzen, war schon immer mehr als nur ein Kampf um Anerkennung. Er war immer verknüpft mir dem Ideal einer freieren Gesellschaft. Doch worin genau besteht dieses Ideal? Nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Realität? Kann eine solch radikale Idee ein Vorbild für den nahen Osten sein? Und was bedeutet es für die westliche Linke?
Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, sind wir als Delegation des YXK im März 2016 nach Nordkurdistan gereist. In dieser Zeit findet Newroz statt, das kurdische Frühlingsfest. Es ist das Symbol des Widerstandsgeistes des kurdischen Volkes. Wir wollten
dieses Fest nutzen, um mehr über die Umsetzung dieser linken Perspektiv von den Menschen vor Ort zu lernen.